Scannerauswahl
Barcode-Handscanner spielen im Industriezeitalter seit
langem eine tragende Rolle im Bereich der automatisierten Kennungssysteme und
sind aus Barcodesystemen in einer Reihe von Industriezweigen und
Anwendungsbereichen nicht mehr wegzudenken. Hersteller halten für ihre Kunden
heutzutage eine breite Palette unterschiedlichster Preis-/ Leistungsangebote für
individuell zugeschnittene Handscannerlösungen bereit.
Es gibt vier Basisarten von Handlesegeräten:
Kontaktstifte, CCD-Lesegeräte, Laser-Scanner und Geräte zur linearen
Bilderfassung. Bei der Entscheidung, welches dieser Lesegeräte die beste Lösung
für Ihre Scanner-Anforderungen darstellt, sind Informationen zu den folgenden
grundsätzlichen Komponenten und Funktionen von Handlesegeräten von Nutzen. 1)
Beleuchtung sowie Bild- und Code-Erfassung; 2) Dekodierung und 3) Konnektivität.
Die vier Arten von Handlesegeräten unterscheiden sich in
der Art des Lesemoduls, mit dem der Barcode beleuchtet und gelesen wird. In
einem Kontaktstift wird eine Licht emittierende Diode (LED-Diode) verwendet, in
CCDs und Geräten zur linearen Bilderfassung wird ein CCD (ladungsgekoppeltes
Element) eingesetzt und der Laserscanner arbeitet mit einer VLD-Diode (Visible
Laser Diode). In erster Linie bestimmt die Art des Lesemoduls das
Preis-Leistungsverhältnis eines Handlesegeräts sowie auch dessen Eignung für
bestimmte Anwendungsbereiche. Wenn Sie sich mit den unterschiedlichen
Leistungsmerkmalen vertraut machen, können Benutzer das Handlesegerät auswählen,
das für den jeweiligen Einsatzbereich am effektivsten und besten geeignet ist.
Bei der Auswahl des richtigen Lesegeräts für gegebene
Projektanforderungen müssen Benutzer zunächst die folgenden vier
Hauptkriterien des Anwendungsbereichs heranziehen: Datentyp, Leseabstand,
Etikettgröße und Etikettdichte. Mit Datentyp werden die Charakteristiken der
einzulesenden Daten bezeichnet. In den gängigen Anwendungsbereichen kann es
sich hierbei um eine Barcode-Symbolik oder OCR-Schrift wie auch um spezielle
Bilder handeln. Leseabstand bezieht sich auf den Abstand zwischen dem Etikett
und dem Lesegerät beim Scanvorgang. Es kann sich dabei um keinen Abstand
(Kontakt) oder mehrere Meter handeln, wobei für jeden Fall ein anderes Lesegerät
erforderlich ist. Die Etikettgröße bezieht sich auf die Breite der zu lesenden
Barcodes, während die Etikettdichte sich auf die Mindestauflösung des Strich-/
Zwischenraummusters bezieht. Die einzelnen Kriterien bedingen sich gegenseitig.
Je größer beispielsweise das Etikett und je gröber das
Strich-/Zwischenraummuster, desto größer ist der mögliche Leseabstand.
Kontaktstifte, CCD-Lesegeräte, Laserscanner und Geräte für lineare
Bilderfassung bieten unterschiedliche Niveaus bei der Scanleistung und mit
unterschiedlichen Preisklassen und Kosten der Lebensdauer ergibt sich eine
Vielfalt von in Betracht zu ziehenden Angeboten.
Datentyp
Lineare Barcodes setzen sich aus einer Reihe von Strichen
und Zwischenräumen zusammen, die nacheinander von rechts nach links oder links
nach rechts eingelesen werden. Jede Symbologie stellt alphanumerische und/oder
numerische Zeichen in einem bestimmten Muster dar. Diese Muster werden über
mathematische Algorithmen dekodiert. Zu den gängigsten linearen Barcodes zählen
die Folgenden: Code 39, Interleaved 2/5, UPC, EAN, Codabar, Code 128 und Code
93. Lineare Barcodesymbologien können gewöhnlich mit allen vier
Scantechnologien gelesen werden.
PDF417 ist eine kombinierte lineare Symbologie, die sowohl Charakteristiken
linearer Barcodes als auch von 2-D-Barcodes aufweist. Wie eine lineare
Symbologie werden PDF417 und MicroPDF417 ebenfalls nacheinander von rechts nach
links oder von links nach rechts eingelesen. PDF417 setzt sich aus mehreren
geschichteten Codes zusammen und wird deshalb auch noch vertikal gelesen.
Dadurch kann der Benutzer bedeutend mehr Daten auf kleiner Fläche kodieren.
Kombinierte, auf lineare Symbologien gestützte Codes wie UCC RSS fallen
ebenfalls unter diese Gruppe. UCC RSS, PDF417 und MicroPDF417 können mit
Laserscannern, bestimmten CCD-Scannern und Geräten für lineare Bilderfassung
gelesen werden.
Zweidimensionale Symbologien setzen sich aus Datenreihen zusammen, die in einem
rechteckigen oder quadratischen Muster angeordnet sind. Die Datenreihen sind so
geschichtet, dass sie eine Datenkette bilden, die gleichzeitig in zwei
Dimensionen gelesen werden muss. In zweidimensionalen Symbolen können bis zu 50
mal mehr Daten gespeichert werden als in linearen Barcodes. Zu den gängigste
2D-Codes zählen die Folgenden: MaxiCode, Data Matrix, Aztec Code, QR Code, Code
49 und der kombinierte Code Aztec Mesa. Für zweidimensionale Barcodes wie auch
für die meisten Postcodes ist ein Bildscanner erforderlich.
OCR-Schriften (Optische Zeichenerkennung) sind stilisierte Schriften, die den
vollständigen alphabetischen wie auch numerischen Zeichensatz umfassen. Sie
sind mit einem Bildscanner zu lesen. Der Begriff OCR wird auch beim Übersetzen
und Scannen von anderen stilisierten Schriften (z. B. Courier) oder von Text aus
Zeitschriften und Zeitungen in einen Computer verwendet. Aktuelle OCR-Schriften
sind OCR-A und OCR-B.
Mit Bildscangeräten wie dem IMAGETEAM™ 4410 oder dem Handcomputer Dolphin®
7400 können jetzt auch Unterschriften und Bilder erfasst werden. Mit Imagers können
problemlos digitale Fotos von Unterschriften und Objekten in Schwarzweiß oder
in Graustufen aufgenommen und dadurch einfach gespeichert und abgerufen werden.
Leseabstand
Der erforderliche Leseabstand muss genau angegeben werden.
Berührt der Bediener das Etikett mit dem Lesegerät oder wird der Barcode aus
einer bestimmten Entfernung eingelesen? An Verkaufsstellen im Einzelhandel, in Büros
und Anwendungsbereichen in der Fertigung kommt meist das Kontaktscannen zum
Einsatz, während in Anwendungsbereichen wie Lagerhaltung, Vertrieb und
Transport gewöhnlich größere Leseabstände erforderlich sind.
Der Leseabstand ist das Hauptunterscheidungskriterium bei den vier Lesegerätarten.
Wie der Name bereits sagt, muss das Etikett bei einem Kontaktstift direkt mit
diesem in Kontakt gebracht werden. Bis kürzlich war der Leseabstand für
CCD-Lesegeräte auf ca. 2,5 bis 5 cm begrenzt. Bei der neuen Scannergeneration
wurde dieser Bereich jedoch bedeutend erhöht (17,78 cm). Lineare Imager bieten
eine höhere Feldtiefe als CCDs und überschneiden sich zum Teil mit dem
Lesebereich eines Standardlaserscanners (6,35 - 45,72 cm). Laserscanner bieten
die größten Leseabstände, wobei bestimmte Modelle retroreflektierende Codes
bis zu einem Abstand von 9,14 m lesen können.
Die unterschiedlichen Leseabstände schlagen sich in den Kosten der Lesegeräte
nieder. Mit wenigen Ausnahmenn sind Kontaktstifte generell die wirtschaftlichste
und Laserpistolen die teuerste Form der Lesegeräte sowohl was die
Anschaffungskosten als auch die gesamten Kosten während der Lebensdauer
anbelangt. CCD-Lesegeräte und Geräte zur linearen Bilderfassung liegen
preislich gesehen im Mittelfeld. Durch die enorme Widerstandsfähigkeit können
diese Lesegeräte auch bezüglich der Kosten während der Lebensdauer mit
hervorragenden Zahlen aufwarten.
Etikettgröße/ Etikettdichte
Die Etikettdichte bezieht sich auf die Mindestbreite eines
Strich-/Zwischenraumelements und wird in "mil" (Tausendstel Zoll)
gemessen. Bei linearen oder eindimensionalen Barcodes ist die Etikettbreite das
zu beachtende Auswahlkriterium. Codes mit hoher Dichte (unter 7,5 mil, 0,1905
mm) werden eher aus geringerem Leseabstand eingelesen, Codes mit niedriger
Dichte (über 15 mil, 0,381 mm) können aus einem größeren Abstand gelesen
werden.
Angaben zur gesamten Codebreite sind besonders wichtig bei der Auswahl von
CCD-Lesegeräten und Geräten zur linearen Bilderfassung. Die Breite der
Etiketten, die ein CCD-Lesegerät bzw. ein Lesegerät für lineare Bilderfassung
verarbeiten kann, hängt gewöhnlich von der Breite der Scanneröffnung ab.
Bestimmte individuell eingerichtete Lesegeräte sind jedoch darauf ausgelegt,
weitaus breitere Codes zu lesen. Da Kontaktstifte über den Zielcode bewegt
werden und Laserpistolen einen Lichtstrahl über den Code bewegen, können diese
beiden Arten von Lesegeräten breitere Codes verarbeiten.
Wenn Sie sich für einen Kontaktstift als ideales Lesegerät für Ihren
Anwendungsbereich entscheiden, müssen Sie sich bei der Auswahl der Hardware die
Breite der Stiftöffnung ansehen. Die Öffnung muss etwa gleich groß wie der
schmalste Strich (X-Maß) des zu lesenden Barcodes sein. Wenn sie sehr viel
breiter ist, können im Scanfenster gleichzeitig Striche benachbarter Codes
angezeigt werden, wodurch das Lesen des Symbols schwieriger wird. Wenn die Öffnung
zu klein ist, erkennt der Scanner möglicherweise einen Druckmangel als Strich
oder Zwischenraum, wo keiner vorhanden ist.
Dekodieren des Bilds
Wenn das Strich-/Zwischenraummuster des Codes durch das
Beleuchtungs- und Erfassungssystem erfasst wurde, müssen die Daten in ein
Signal in einem Format umgewandelt werden, das vom Hostcomputersystem erkannt
wird. Dieser Vorgang wird als Dekodieren bezeichnet. Mit der
Dekodierungsfunktion werden der gescannte Symbologietyp bestimmt (automatisches
Erkennen), der entsprechende Dekodierungsalgorithmus geladen und die auf dem
Etikett kodierten Daten dekodiert.
Dekodierte Daten werden gewöhnlich als serielle RS-232-Daten formatiert oder für
die Übertragung zum Hostsystem in Tastaturbefehle umgewandelt. Die dekodierten
Signale werden über ein Schnittstellenkabel an einen
RS-232-Kommunikationsanschluss (serielle Daten) oder über ein Y-Kabel
(Tastaturdaten) an den Tastaturanschluss des Terminals übertragen.
Mit dem Begriff "Wedge" wird eine Technik für den Anschluss des
Barcode-Lesegeräts an ein Hostsystem oder ein Terminal bezeichnet. Bei einem
seriellen Wedge werden die eingelesenen Daten in ein RS-232-Signal zwischen
einem Hostcomputer und einem Terminal eingefügt, während die Daten bei einem
Tastatur-Wedge als eine Reihe von Tastenbetätigungen dargestellt werden. Über
die Software in den Lesegeräten, die über ein Barcode-Menü programmiert wird,
werden Terminal- und Schnittstellenparameter ausgewählt.
Bis vor wenigen Jahren wurden die Dekodierungs- und Wedge-Funktionen gewöhnlich
von separaten Geräten ausgeführt. Das Barcode-Lesegerät gab dabei ein
HHLC-Signal (mit Handlasern kompatibles Signal) oder ein Wand Em-Signal
(Kontaktstiftemulationssignal) an ein externes Dekodiergerät aus, das wiederum
die Dekodier- und Wedge-Funktionen ausführte. Heute integrieren Hersteller von
Lesegeräten die Dekodierfunktion in alle drei Arten von Lesegeräten, wodurch
ein einteiliger Scanner mit dekodierter Ausgabe (DOS) entstand. Lesegeräte mit
integrierter dekodierter Ausgabe bieten dieselbe Dekodierungsleistung wie
separate Dekoder in einem Paket bei geringeren Gesamtkosten.
Externe Wedge-Dekoder sind dann notwendig, wenn mehrere verschiedene Scangeräte
an einer Dekodierstelle erforderlich sind (beispielsweise ein Ausweislesegerät
und ein Kontaktstift), oder wenn ein AUX-Anschluss erforderlich ist (für die
Integrierung von Waagen, Druckern und anderen seriellen E/A-Geräten).
Hinsichtlich der problemlosen Integrierung und den geringeren Gesamtkosten
bieten jedoch integrierte Dekodierlesegeräte ein ausgezeichnetes
Kosten-Nutzen-Verhältnis.
Konnektivität
Wenn ein Lesegerät die Etikettdaten dekodiert hat, müssen
die Daten an das Hostsystem übertragen werden. Die seriellen Wedge-Funktionen
wie auch die Tastatur-Wedge-Funktionen für die elektronische Formatierung
dekodierter Ausgabedaten wurden bereits zuvor beschrieben. Da das Lesegerät
auch physisch an das Hostsystem angeschlossen sein muss, müssen Benutzer auch
den physischen Schnittstellentyp des Terminals, PCs oder Systems angeben. Von
Seiten der Hersteller von Handlesegeräten werden Hunderte verschiedener
Terminalarten unterstützt und folglich ebenso viele Schnittstellenkabel
angeboten. Es empfiehlt sich für Kunden, über den Gerätelieferanten das
richtige Kabel zu ermitteln und zu bestellen.
Da Lesegeräte mit dekodierter Ausgabe gewöhnlich mehrere
Terminalschnittstellen in einem Gerät unterstützen, bieten einige Hersteller
von CCD- und Laser-Handlesegeräten gängige Standardkabellösungen, sodass
Kunden weniger Kabel benötigen und gemeinsam genutzte Kabel sowohl am
CCD-Scanner als auch am Laserscanner einsetzen und damit Zeit und Geld sparen.
Alle vier Arten von Handlesegeräten, Kontaktstifte, CCD-Lesegeräte,
Laserscanner und Geräte zu linearen Bilderfassung bieten hervorragende
Preis-Leistungsverhältnisse für jeweils typische Anwendungsbereiche.
Informieren Sie sich über grundlegende Unterschiede in Funktion und Preis, und
die Wahl des richtigen Handlesegerätes für Ihren speziellen Anwendungsbereich
fällt Ihnen nicht schwer.
Quelle:
Handheld Products